Vogelalarm

Heute habe ich eine neue Tatsache über mich herausgefunden. Es ist zwar schon immer so im Raum geschwebt, aber so richtig gewusst habe ich eigentlich nicht:


Ich kann Vögel nicht leiden.


Es hat schon so früh angefangen, als ich noch sehr klein war. Es war ein schöner Tag am Neusiedlersee und ich, mit meinem grosszügigen Gemüt, fütterte kleine Enten mit Brot. Bis zum Moment, wo eine Frau in der Ferne sich von ihrem Handtuch erhob, mit den Armen rumfuchtelte und etwas unverständliches schrie. Keine 2 Sekunden wusste ich, wovor sie mich warnen wollte. Ein stechender Schmerz in meiner rechten Arschbacke liess mich eine Pirouette drehen und ich stand vor einem riesigen, fauchenden Schwan. Sofort realisierte ich, dass es nicht Enten waren, die ich fütterte, sondern Babyschwäne. Ich rannte schreiend davon. Von dem Tag an, kann ich Schwäne nicht leiden.
Die Ironie in der Sache ist aber, dass unser Familienwappen mit einem Schwan umrahmt ist. Purer Hohn. Vielleicht habe ich deswegen einen eher schlechten Draht zu meiner Familie.



Nur wenige Jahre nach diesem Ereignis, ich war etwa acht, bezog ich Posten im Garten: mit einem Luftdruckgewehr. Mission: Kirschbaum verteidigen. Wir hatten nur EINEN Kirschbaum, nur EINEN. Und ich LIEBTE Kirschen über alles, Kirschensaft war mein Lieblingsgetränk seit ich 2 war und kirschenförmig waren meine Keramikohrringe, Kirschen hatte meine Mutter mir auf meinen Lieblingspullover gestickt und Kirschen ass ich leidenschaftlich gern in grossen Mengen. Und da war nun unser eigener, einziger Baum und die Amseln hatten es auf ihn abgesehen. Nichts hatte genützt, keine Netze oder andere raffinierte Raubvogelattrappen. Und so kam es dazu, dass ich mich selbst zu einem Verteidigungssystem machte. Das Gewehr war vollkommen ungefährlich, sofern man nicht ins Auge traf. Es zischte eigentlich nur und liess die Äste knacken, sodass die Mistviecher davonflogen. Aber alles in allem war es nutzlos. Die Amseln triumphierten.


Kaum ein Jahr später will mich meine Schwester mal im Schlaf reden gehört haben. Ich habe meine Aussage aufgeschrieben, weil sie so komisch war. Sie lautete:

Die Enten haben wir besiegt, aber hütet euch vor den römischen Tauben!

Und in der Tat, Tauben konnte ich auch nie leiden. In Venedig stürmte ich quietschend ungeachtet des Protests der alten Nonnas in die Taubenmassen. Und schon sehr früh kannte ich für Tauben den Namen: Geflügelte Ratten.


Vor einiger Zeit habe ich mal eine sehr charmante Bekanntschaft gemacht. Mein Kosename war Nachtigall. Das war wohl unser Untergang. Prompt versaute ich es mir mit ihm. Als Mausezähnchen wäre das wohl nicht passiert....


Und bis heute, ja gerade in dieser Zeit ganz besonders, treiben mich die Elstern in den Wahnsinn. Um 5 Uhr morgens fangen sie an zu zetern (ihre Teufelsbrut gleich mit im Kanon). Um Sechs klingelt mein Wecker und ich kann drauf wetten - Schlag sechs - herrscht plötzlich Stille im Elsternnest.


Darf ich zusammenfassen? Ich mag Vögel nicht. Ich konnte sie noch nie leiden. Straussen sind mir unheimlich und ihr Betragen spricht ja auch nicht gerade für sie. Ich mag sie immer noch nicht. Und erst jetzt, nach fast 18 Jahren meines Lebens, kann ich diesen Gedanken fassen. Ich mag Vögel nicht. Ich finde zwar das Lied "I Like Birds" witzig, aber ich unterschreib das nicht. Ich mag Oliver, aber nicht seine Liebe zu Vögeln. Ich glaube ich habe mich klar ausgedrückt. Vögel stehen auf meiner schwarzen Liste.


Das war eigentlich schon alles, was ich sagen wollte :D schönen Abend allerseits! Ich werde einen haben, denn jetzt kommen meine beiden Helden Jé und Mosi und es gibt eine Balkonsession erster Klasse! Tata!

1 Kommentar 19.6.09 17:12, kommentieren